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In
immer mehr Ländern Afrikas und auch in immer größerer Entfernung von
der Hauptstadt sind heute die 1,5l - Trinkwasserflaschen zu bekommen, wie
wir sie als VITEL aus Frankreich kennen. In den zentralen Bereichen der
Sahara setzt diese Versorgung natürlich aus. Wo Wasserstellen in der
Sahara zu finden sind können wir insbesondere aus den Afrikakarten von
MICHELIN ersehen. Wenn möglich versorgt man sich in großen Städten und
nur notfalls aus Brunnen an der Piste. Um Wasser in Städten, z.B. an
Tankstellen zu fassen ist manchmal ein eigener Wasserschlauch erforderlich
oder ein Eimer bzw. Kanister. Aus Brunnen kann man gelegentlich auch nur
Wasser fassen, wenn man einen eigenen Eimer und bis zu 100m Reepschnur zur
Verfügung hat. Dringend zu empfehlen ist dazu ein sehr stabiler 10l
Baueimer vom Baumarkt, denn bei einfachen Haushaltseimern ist der Griff
oft nicht stabil genug. Das Schnurende wird am Brunnenrand befestigt,
damit nicht versehentlich der Eimer mitsamt der Schnur im Brunnen
versinkt. Der Eimer wird so befestigt der beschwert, dass er nicht
schwimmt, sondern beim Einwurf sein Rand in das Wasser taucht. Geben wir
der einheimischen Bevölkerung die Gelegenheit sich etwas Geld oder ein
gebrauchtes T-Shirt zu verdienen wenn sie uns das Wasser aus dem Brunnen
ziehen.
Ist das Wasser klar aber nicht sicher keimfrei, so wird es mit Micropur,
Romin, Certisil oder einem ähnlichen Präparat desinfiziert. Sollte es
wirklich einmal vorkommen, dass wir trübes Wasser vorfinden, so genügt
das Desinfizieren nicht, es muss gefiltert oder abgekocht werden. In der
Praxis erweist sich das Abkochen als zu zeitaufwendig und energiefressend,
als dass es eine realistische Möglichkeit
der Entkeimung wäre.
Wer mit dem Geländewagen unterwegs ist wird genug gutes Trinkwasser befördern
können ohne auf einen Taschenfilter angewiesen zu sein, wer mit dem
Motorrad unterwegs ist sollte einen Taschenfilter mitführen.
Die meisten Touristen führen eher zu viel als zu wenig Wasser mit, worüber
sich die Wüstenbewohner immer wieder amüsieren können. Wichtig ist zu
bedenken, dass der Trinkwasserbedarf dann rapide steigt, wenn die
Umgebungstemperatur der Körpertemperatur nahe kommt oder übersteigt. Körperliche
Tätigkeit, z.B. das Freischaufeln des Fahrzeugs erhöht den Wasserbedarf
nochmals erheblich. Wir rechnen bei extremer Umgebungstemperatur von bis
zu 45°C im Schatten gemessen, den allerdings für den Körper nicht gibt,
ohne wesentlich körperliche Anstrengung mit 7-10l Trinkwasserbedarf pro
Person und Tag. Auf Reisen im Winter in der Sahara genügen weit geringere
Mengen. Der Bedarf des zusätzlich benötigten Brauchwassers hängt
entscheidend von den persönlichen Bedürfnissen ab und der Bereitschaft,
wie Fähigkeit ab sparsam damit umzugehen. Eine Dusche nehmen wir nur an
den Wasserstellen, in der Zwischenzeit vertreibt der ständige Wind den
Schweiß und der Staub zementiert die Windstoßfrisur. Pro Körperpflege können
wir lernen mit wenigen Tassen Wasser, maximal einem Liter auszukommen.
Viel Wasser verschwenden wir wegen fehlender Trichter und fehlender
regelbarer Auslaufhähne an den Kanistern.
Trinkwasserkanister können wir bei Expeditionsausrüstern mit passendem
Auslaufhahn bekommen. Bei großem Bedarf an Kanistern genügt es bei den
Expeditionsausrüstern Auslaufhähne für Industriekanister zu bestellen
und sich dann auf die Suche nach kostenlosen Industriekanistern zu
begeben. Das können Chlor-Kanister vom Schwimmbad sein, Aromastoffe-
Kanister von der Großbäckerei, Salzwasserkanister vom Krankenhaus, das
sonst nur für das Recycling der Kanister zahlen müsste oder
Waschmittelkanister von der Autowaschanlage. Sinnvolle Größen sind 20l,
10l und für die Trekkingtour 5l-Kanister. Größere Kanister als 20l sind
sehr unhandlich und schwer. Wassertonnen mit 60l - 200l sind nicht nur
schwer unterzubringen, zu befestigen, zu bewegen, sondern führen auch
dazu, dass gutes noch vorhandenes mit weniger gutem nachgefülltem Wasser
gemischt werden muss. Sie bergen zusätzlich die Gefahr, dass bei Beschädigung
nur eines vorhandenen Fasses der komplette Wasservorrat verloren geht.
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