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Zum Traum
des ökologisch denkenden Perfektionisten gehört die Solaranlage auf dem
Autodach, schont sie doch vermeintlich die Umwelt und schafft sie
vermeintlich die Autarkie für die wirklich große Reise. Anbieter
geeigneter Solaranlagen sind auf Boots- und Caravanmessen zu finden, wo
sie sich ihre Preiskämpfe liefern.
Für mich ist ein wichtiges Kriterium zur Dimensionierung einer
Solaranlage, dass sie nicht nur die abendliche Beleuchtung, Wasserpumpe,
Autoradio, sondern auch die stromfressende Kühltruhe im Dauerbetrieb
speisen kann. Eine Solaranlage, die bei mitteleuropäischem Klima noch
ausreicht ist meiner Ansicht nach ein umwelttechnisches Feigenblatt für
den modernen Ökospießer, weil in Mitteleuropa freies Dauercampen nicht
zulässig ist, die Campingplätze aber über 24v - Stromanschluss verfügen.
Kommt ein solches Fahrzeug über den Alpenhauptkamm nach Süden und wird
die Sonneneinstrahlung stärker so passiert gleichzeitig folgendes:
Die große
Erhitzung der Solar - Panels führt zu steigendem elektrischem
Innenwiderstand und damit zu sinkender Ausgangsspannung. Die Leistung des
einzelnen Panels sinkt!
Der Kühlschrank muss wegen höherer zu bewältigender Temperaturdifferenz
zwischen außen und innen mehr pumpen.
Der Kühlschrank wird häufiger geöffnet, verliert dabei mehr Kälte, muss
mehr pumpen.
Die Camper trinken sehr viel mehr als bei gemäßigten Temperaturen, der Kühlschrank
muss auch deshalb weit mehr leisten.
Zum Teil setzt sich dieser Mehrverbrauch auch in der Nacht fort, wenn der
nötige Strom nur aus einer groß dimensionierten Zusatzbatterie entnommen
werden kann.
Das Dumme an der Sonne ist, dass sie sich dreht, man also die Solar - Panels
nicht bleibend so ausrichten kann, dass sie maximale Leistung abgeben.
Baut man sie so, dass sie aufgestellt werden können, so müssen sie auch
drehbar gelagert werden und eine solche Lagerung mit Nachführung ist
ebenso teuer wie schwer. Es verbleibt nur die Lösung die Panels flach auf
dem Autodach zu montieren, mit dem verschlechterten Wirkungsgrad bei ungünstigem
Einfallswinkel zu leben und darauf seine Energiebilanz abzustellen.
Möchte man also eine wirklich funktionstüchtige Solaranlage für den
Dauerbetrieb in den Tropen installieren, so sind vier Panels hoher
Ausgangsspannung, eine oder zwei leistungsstarke Solarbatterien,
Solarregler und Montagematerial für die Panels, einschließlich Leisten
zu deren Hinterlüftung erforderlich. Die ganze Anlage wird viele tausend
DM kosten, sehr schwer werden und einen Großteil des Fahrzeugdaches
einnehmen.
Bei aller Sympathie für ökologisches Denken ist doch ein HONDA-
Generator mit ca. 400VA kleiner, leichter, billiger, universeller und vom
Fahrzeug unabhängiger. Noch einfacher hat es derjenige, der täglich
wenige Stunden mit seinem Auto fährt und die Verbraucher von der
Starterbatterie mit einer Zusatzbatterie speist.
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