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Bei
der Vielzahl der am Markt zu findenden Reifenhersteller, Modelle und
Profile ist es nicht möglich viele konkrete Empfehlungen für einzelne
Reifen zu geben, wohl aber möglich grundsätzliche Gesichtspunkte zu
vermitteln.
Ich wurde oft gefragt, "welches ist der beste Reifen für meinen Geländewagen"
und habe genauso banal geantwortet wie gefragt wurde: "Den besten
Reifen für Sommer, Winter, Wüste und Schlamm gibt es natürlich
nicht".
Wer einfach einmal für wenige Wochen mit seinem allradgetriebenen Midlife
- Chrysler einen Ausritt in die Wüste unternimmt, der behält die Reifen
die er schon montiert hat, nimmt aber zwei Ersatzräder mit.
Gelegentlich werden in Geländewagenzeitschriften gebrauchte Wüstenreifen
angeboten. Das kann eine gute Möglichkeit sein an günstige Reifen für
ein oder zwei Touren heranzukommen, kann aber auch zum Problem werden. Es
kommt natürlich nicht nur darauf an, dass das restliche vorhandene Profil
in einem sinnvollen Verhältnis zum geforderten Preis steht, sondern die
Karkasse muss intakt sein und der Reifen nicht zu alt. Um die Karkasse zu
prüfen streicht man den Reifen von innen vorsichtig mit der Hand ab, ob
keine Brüche der Karkasse zu verspüren sind oder herausstehende Drähte.
Außen an der Lauffläche und Flanke dürfen zwar kleine aber nicht tiefe
Einschnitte zu sehen sein.
Ist der Reifen über 8 - 10 Jahre alt, so hat sich dessen Gummi verhärtet,
er wird sehr schwer zu demontieren und montieren sein. Also muss auch vom
Verkäufer glaubhaft gemacht werden, dass er die Reifen nicht schon ewig
besitzt.
Wer für lange Zeit oder immer wieder in die Wüste fährt legt sich einen
Satz der etwas teureren aber sehr langlebigen Wüstenreifen MICHELIN X Typ
S zu. Wer nur wenige Wüstenreisen unternehmen möchte, der ist mit den
etwas billigeren, BRIDGESTONE 7.50R16 VSJ sehr gut bedient, deren
Laufleistung aber geringer ist als die der MICHELIN- Reifen. Damit hat er
optimale Tragfähigkeit im Sand und hohe Schnittfestigkeit im Geröll.
Beide Reifen sind häufig sogar dem Reifenhändler unbekannt, weshalb er
auf deren Existenz nachdrücklich hingewiesen muss. Er hat auch den
Vorteil, dass er sich nicht seine Sommerreifen für die heimischen Straßen
abfährt und sichtbar oder unsichtbar beschädigt. Diese Reifen sind aus
gutem Grund nur bis 120 bis 130 km/h zugelassen und deshalb bei vielen
schnellen modernen Fahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr nicht
dauernd verwendbar. Auch ist deren Profil für nasse Straße oder gar
Schnee völlig ungeeignet. Ich hätte keine Skrupel mit solchen Reifen
innerhalb der technisch zulässigen Geschwindigkeit von München bis Genua
zu Fähre zu fahren, obwohl die Reifen bei meinem schnelleren Fahrzeug
nicht zugelassen sind.
Wer
ohnehin neue Sommerreifen benötigt und nur einmal in die Wüste fahren
möchte ist mit den PIRELLI DAKAR - Reifen sehr gut bedient.
Besonders gefährlich ist bei den heute starken Geländewagen der Umstand,
dass Reifen die bei Pistenfahrten Karkassenbrüche erlitten haben können,
zwar im Gelände und auf Landstraßen
noch halten aber bei der Hochgeschwindigkeitsfahrt auf der Autobahn z.B.
von Genua in die Heimat zerreißen.
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