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Wenn
unterwegs der mitgenommene Kocher streikt sind die Reisenden zunächst
ebenso unmittelbar betroffen wie wenn ihre Liegematte platt ist. Natürlich
kann man sich zunächst mit einem Feuerchen behelfen, schon wegen der
permanent verrußten Kochtöpfe ist das aber auch kein reines Vergnügen.
Als Mittel um vergleichsweise große Mengen heißes Wasser für Tee,
Nudelwasser, Abspülwasser oder warmen Wassers zur Körperpflege zu
erhalten ist hingegen ein Dreibeingestell mit 3l - 5l - Teekessel über
dem Feuer sehr geeignet und sehr energiesparend. Das Dreibein bringt man
von zuhause mit, den Teekessel kauft man besser und viel billiger in N-
Afrika.
In größeren Städten wird man mittelgroße und große Kerosinkocher
kaufen können, die gute Dienste erweisen. Kerosin, also Petroleum ist in
Afrika fast überall erhältlich, oft sogar noch weit billiger als Dieselöl,
Benzin oder gar Gas.
Natürlich wird man bei der Reisevorbereitung daran denken einen Diesel-
oder Benzinkocher zu erwerben, weil man dessen Treibstoff ohnehin mitführt.
Problem ist, dass es kleine Dieselkocher nicht gibt. Wegen der hohen
Verdampfungstemperatur des Diesels müsste dessen Brenner mit anderem
Brennstoff stark vorgeheizt werden und dann darauf geachtet werden, dass
die kalte Umgebung oder Windzug ihn nicht wieder abkühlt. Die Alternative
das Dieselöl als Sprühnebel zu verbrennen gibt es nur bei
Leistungsstarken, teueren Kochern, die für die Reise nicht in Betracht
kommen.
Bei Benzinkochern kann man zwischen zwei Versionen unterscheiden. Eine
Version arbeitet mit einer einfachen Düse und Düsennadel, ist mit
beliebigem Benzin zu betreiben, aber nur schwer regulierbar. Solche Kocher
waren als PHOEBUS- Kocher aus österreichischer Produktion und als HUMMEL-
Kocher aus russischer Produktion lange am Markt sind in Deutschland aber
jetzt nicht mehr zu finden. Vermutlich war die Nachfrage für den
Inlandsbedarf zu gering und den Importeuren das Risiko von Explosionen bei
unsachgemäßer Verwendung zu hoch.
Die andere Version, in mehreren Ausführungen von COLEMAN zu haben,
arbeitet mit einem langen Messingröhrchen, das mit einem Messinggeflecht
gefüllt ist als Steigrohr für das zu erwärmende Benzin. Damit ist die
Explosionsgefahr reduziert, der Kocher aber auf gereinigtes Benzin,
sogenanntes "White Gas" angewiesen oder bleifreies Benzin.
"White Gas" bekommt man unterwegs gar nicht und bleifreies
Benzin allenfalls in den Hauptstädten. Aber auch in der Heimat würde ich
diese Kocher nicht benutzen wollen, weil das Methanol im bleifreien Benzin
krebserregend ist und deshalb meiner Ansicht nach in der Nähe des
Menschen als auch der Lebensmittel nichts zu suchen hat.
Verbleibt die Frage nach Gas als Brennstoff. Ist die Reise kurz genug oder
das Auto groß genug um das Gas für die komplette Tour mitzunehmen, so
ist PROPAN, das Haushaltsgas in den großen Flaschen, sehr praktisch. Zwar
gibt es in fast allen Ländern Flaschengas zu kaufen, aber man kann unsere
Flaschen nicht tauschen. Allenfalls findet man nach langem Suchen eine
Stelle an der sie über einen Adapter aus einer vollen Flasche unvollständig
gefüllt werden.
Die blauen CAMPING GAZ- Flaschen mit 5kg BUTAN - Füllung sind sehr
praktisch, sie können in vielen frankophonen Ländern problemlos und
billig gegen volle Flaschen getauscht werden.
Bei großer Kälte hat Butan jedoch den Nachteil, dass es keinen Druck
entwickelt. Bei Reisen in der Sahara im Winter kann es durchaus unter 0°C
kalt werden und dann kommt kein Gas mehr aus der Flasche bis man ein
Feuerchen darunter entflammt. Da fängt man natürlich an zu grübeln,
warum man nicht gleich auf dem Feuerchen kocht.
Wegen der sehr strengen TÜV-Bestimmungen für Druckgasbehälter in
Deutschland sind diese Flaschen hier seht teuer, in Marokko kosten sie
selbst gefüllt nur wenige DMchen. Wer also über Marokko zurückfährt,
der nimmt gleich ein paar Flaschen mit, denn leere, völlig schrottreife
marokkanische Flaschen werden hier gegen Bezahlung des Gases in TÜV- geprüfte
fast neue volle Flaschen getauscht.
Wer über Marokko fährt sollte bei der Gelegenheit auch gleich einen der
preiswerten, stabilen, energie- und zeitsparenden 6l - SEB- Druckkochtöpfe
erweben.
Zum Schluss noch ein Tipp: Seien Sie bei der Auswahl des Kochers sorgsam
aber nicht zu sparsam, denn es nervt gewaltig, wenn man nach langer Fahrt
während des Tages am Abend ewig auf ein warmes Süppchen und den Tee
warten muss weil der Kocher zu schwach und der tägliche Abendwind zu
stark ist.
Wer sich für drei bis vier Wochen mit zwei 5kg-GAZ-Flaschen bevorratet
und in Afrika jede Gelegenheit zum Tausch wahrnimmt, der wird gut
zurechtkommen.
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