Individualreisende brauchen eine Lobby

Stand 10.02.2000

Aufruf an die Individualreisenden zur aktiven eigenen Vertretung ihrer Belange,
gerichtet an Individualreisende, Reisebuchverleger, Inhaber von Reise - Websites und Reisejournalisten.

1) Zweck des Aufrufs:
Es liegt in der Natur des Individualreisenden, dass er keine Organisation, Hausmacht oder Lobby hinter sich hat. Daraus folgt, dass seine Probleme, berechtigten Interessen oder Wünsche zumeist nicht wahrgenommen oder gar wirksam vertreten werden. Zweck dieses Aufrufes ist es dem Individualreisenden Zugang zu den Informationen und Kontakten zu verschaffen, damit er seine eigenen und die Interessen gleichgesinnter vertreten kann. Das Ziel soll ohne Verfolgung finanzieller Interessen, individuell, dezentral und durch die freiwillige Initiative von Individualreisenden, Reisebuchverlegern, Inhaber von Reise -WEB- Sites und Reisejournalisten angestrebt werden. (In Zeiten des Internets und des LINUX - Betriebssystems erscheint diese Organisationsform nicht mehr aussichtslos.)

2) Die Erfahrung:
Nach fast 30 Jahren Erfahrung mit Individualreisen auf fünf Kontinenten in über 80 Ländern ist mir klar, dass Individualreisende keine Lobby haben. Gespräche mit offiziellen Repräsentanten nationaler Touristenverbände im Inland, örtlicher Tourismusvertretungen insbesondere in Ländern der 3.Welt, Tourismusministern und Botschaftern von Ländern der 3.Welt in Bonn zeigten ganz klar, dass diese keine Vorstellung von den Problemen und Wünschen der Individualreisenden haben. Sie wissen z.T. nicht einmal welche Grenzstationen der Landgrenzen der von ihnen vertretenen Länder geöffnet oder geschlossen sind oder welche Probleme der Reisende dort hat. Ein finanzielles Interesse haben die Vertretung deshalb nicht, weil die Reisekasse der Individualreisenden nicht auf dem Konto der Nationalbank oder der Touristikunternehmen sichtbar wird. Dabei geben Individualreisende das Geld dort aus wo es hingehört, im kleinen Restaurant, dem kleinen Hotel oder der Privatunterkunft, der kleinen Werkstatt im Bazar, also beim Volk, nicht den Touristikzentren, von welchen ein Großteil der Devisen wieder zurück in die Industriestaaten fließt.

3) Die Erde ist für die Menschen da.
Ich glaube, dass der Mensch ein natürliches Recht hat sich diese Erde anzusehen, auch wenn er keiner Partei, Verein oder Firma angehört und sich keiner Reiseorganisation anschließt. Er hat das Recht auch dann, wenn er zwar für seinen Unterhalt und Fortkommen aufkommen kann, aber weder in Luxusrestaurants speist noch in Luxushotels logiert.

4) Aufruf an die Profis:
4.1) Recherchieren Sie die erforderlichen Dienstbezeichnungen, Ansprechpartner, Postadressen, Faxnummern (und e-mail- Adressen) der Institutionen in 6).
4.2) Übermitteln Sie mir diese Daten per E- Mail an klaus@daerr.info , damit ich sie auf der Website www.klaus.daerr.info/aufruf.htm  der Allgemeinheit kostenlos zur Verfügung stellen kann.
4.2) Die Reisebuchverleger sind aufgefordert eine Seite ihres Werkes diesem Thema entsprechend meinem "Aufruf an die Individualreisenden" zu widmen, dem Leser die erforderlichen konkreten Vorschläge zum Handeln zu machen und die erforderlichen Dienstbezeichnungen, Ansprechpartner, Postadressen, Faxnummern (und e-mail- Adressen) zu nennen.
4.3) Die Betreiber von WEB- Seiten sind aufgefordert an geeigneter Stelle ein entsprechenden Aufruf zu veröffentlichen. Das kann durch einen eignen Text geschehen oder durch einen Link zu der Website: www.klaus.daerr.info/aufruf.htm.
4.4) Reisejournalisten sind aufgefordert am Ende von geeigneten Artikeln diesen Aufruf in Kurzform unterzubringen oder die Website zu benennen: www.klaus.daerr.info/aufruf.htm.

5) Aufruf an die Individualreisenden:
Senden Sie ein gleichlautendes Schreiben in der Geschäftssprache des betreffenden Landes oder in Englisch in dem Sie Ihr Thema darstellen. Schreiben Sie insbesondere dann, wenn es Ihnen Ihre Fremdsprachenkenntnisse erlauben auch einen komplizierten Sachverhalt darzustellen.
5.1) Wählen Sie die Geschäftssprache des Ziellandes oder Englisch für Ihren Brief, schreiben Sie sauber und so korrekt Sie können. Der Brief soll kein diplomatisches oder literarisches Meisterwerk sein, denn Sie schreiben als Privatperson.
5.2) Wählen Sie eine höfliche, übliche Anrede, diplomatische Floskeln sind nicht erforderlich.
5.3) Positiver Einstieg in Ihr Schreiben, z.B. warum Sie so gerne in dieses Land fahren wollten.
5.4) Objektive, kurze, wahrheitsgemäße Darstellung des Problems oder Verbesserungsvorschlages mit Nennung von "Ross und Reiter", Ort und Zeit des Problems.
5.5) Positiver Ausstieg aus dem Text, Sie schreiben Ihren Brief z.B. weil sie wieder in dieses Land reisen möchten und es in Zukunft als Reiseziel vorbehaltlos empfehlen können möchten.
5.6) Höflicher Schlusssatz.
5.7) Unterschrift (keinesfalls anonym).
5.8) Ergänzen Sie das Schreiben um einen "Verteiler", in dem Sie auflisten an wen es gleichlautend geschickt wurde oder gestalten Sie den Kopf des Schreibens so, dass das schon dort ersichtlich wird.

6) Senden/Faxen Sie dieses Schreiben gleichlautend an:
6.1) Den Außenminister des betreffenden Landes im Ausland, denn er ist der Vorgesetzte der Botschaft dieses Landes in Bonn/Berlin.
6.2) Den Tourismusminister des betreffenden Landes im Ausland, denn er ist der Vorgesetzte des Tourismusbüros seines Landes in Deutschland. Er ist jedoch weniger einflussreich als der Außenminister.
6.3) Das Tourismusbüro des betreffenden Landes in Deutschland.
6.4) Den deutschen Außenminister in Berlin, der es gar nicht zu sehen bekommt, es aber bearbeiten lässt.
6.5) Den Botschafter der betreffenden Landes in Berlin/Bonn, damit er authentisch erfährt wie sein Land vom Individualtouristen erlebt wird.
6.6) Die Deutsche Botschaft im betreffenden Land, damit sie an diesen Teil ihrer Aufgabe erinnert wird und ihre eigene Intervention untermauern kann.

7) Woher bekommen Sie die nötigen Adressen oder Fax- Nummern?
7.1) Ich versuche eine entsprechende Datensammlung im Internet aufzubauen und unter www.klaus.daerr.de/aufruf.htm zugänglich zu machen. Wenn Sie einen systematischen Weg zur Ermittlung der einen oder anderen Information kennen, so lassen Sie mich das bitte wissen. Wenn Sie erfolgreich Einzeldaten ermittelt haben, die in meinen Webseiten noch nicht erscheinen oder falsch sind, so lassen Sie mich das bitte wissen.
7.2) Außenministerium des betreffenden Landes in dessen Hauptstadt.
Schwierig zu ermitteln, dabei sind wir z.T. auf die Auskunft der Auswärtigen Amtes in Berlin oder der Deutschen Botschaft im betreffenden Land angewiesen. Das kann klemmen. Evtl. über das Internet zu ermitteln. Bitte mir unbedingt das Ergebnis mitteilen.
7.2) Tourismusministerium des betreffenden Landes im Ursprungsland.
Kann beim Fremdenverkehrsbüro des betreffenden Landes oder einem Reisebüro in Deutschland erfragt werden, die über das "Länderbuch Auslandsreisen" genannt "Der Blaue Fink", also ein umfangreiches, passendes Nachschlagewerk verfügen.
7.3)
Fremdenverkehrsamt im Ursprungsland im Internet unter: http://www.reisetraeume.de/buchen/fvv/div-a-z.html.
7.4) Fremdenverkehrsbüro des betreffenden Landes in Deutschland.
Über die Telefonauskunft zu erfragen, die Büros sitzen zumeist in Frankfurt. Im Internet unter HG.SCHMITZ@gallileo.tng.oche.de zu finden oder in einem Reisebüro zu erfragen, die über "Der Blaue Fink" verfügen. Auch unter
"Reisetraeume" sind sie zu finden.
7.5)
Auswärtiges Amt in Bonn, Postf., D-11013 Berlin, Tel. 01888-17-0, Fax. 01888-17-3402, E-mail: poststelle@auswaertiges-amt.de, Internet: www.auswaertiges-amt.de.
Richten Sie Ihr Schreiben an die "Politische Abteilung LAND" (z.B. Politische Abteilung Vatikanstaat).
7.6) Botschafter des betreffenden Landes in Bonn/Berlin telefonisch oder über das Internet beim Auswärtigen Amt zu ermitteln.
7.7) Deutsche Botschaft im betreffenden Land:
Die Postadresse ist einheitlich: Deutsche Botschaft in "Land", Postfach 1500, D-53105 Bonn. Als Inlandsbrief frankieren, der Brief wird als Diplomatenpost weitergeleitet.

8) Verantwortungsvolles Handeln ist erforderlich.
Behalten Sie vor Augen, dass der Individualreisende auch unterwegs mehr Verantwortung trägt als der organisiert reisende Tourist. Sind unsere Wünsche, Aufforderungen, Verbesserungsvorschläge unrealistisch, überzogen, unberechtigt oder gar unsere Behauptungen falsch, so schaden wir der Sache enorm. Schreiben Sie im Selbstbewusstsein des mündigen Bürgers eines demokratischen Staates, zweifeln Sie aber nie die Integrität der angesprochenen Personen und Institutionen an.

 © 2000 Klaus Därr
TransSahara-online

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